Erstellt von Christiane | Kategorie: Neues von Gildentreffen, Private Eye | Veröffentlicht am: 29-11-2009
Schlagwörter:Detektiv, e-mail, Private Eye, rollenspiel
Nachdem einige Sekunden überraschten Schweigens vergehen, springt Lady Julia Randall voller Empörung auf. “Was erlaubt sich dieser … dieser…”, offensichtlich fällt ihr gerade keine passende Beleidigung ein, “nicht einmal bedacht! Und dann so ein unverschämter Kommentar!”
Auch die anderen Verwandten sind in Aufregung. Während Jonathan die Zornesröte ins Gesicht steigt, scheint Miss Powell eine angeregte Diskussion mit ihrem verstorbenen Ehemann zu eröffnen.
Nathan Scaife beobachtet sämtliche Anwesenden gelassen und wartet ab.
Mr. Gray grübelt kurz: ‘40% + 20% + … + 4% sind … tatsächlich 100%, aber nur vom Barvermögen.’ Er fragt sich selbst, ob nicht die Hausangestellten am Ende vielleicht mehr bekommen als die anderen Erben. Schließlich erinnert er sich an den Brief, den er im Zimmer von Lord H. Randall gelesen hatte, in dem er für seine Geschäftstätigkeiten bei Lady Julia um Geldmittel gebeten hatte. Ein Gedanke jagt den nächsten, aber mit der aufkommenden Unruhe gelingt es ihm nicht ihn zu Ende zu bringen.
Mr. Morrison schmunzelt über das Verhalten von Mr. McRidley und lauscht angespannt der Verlesung. ‘Sehr merkwürdige Familienverhältnisse’, denkt er sich, als er die Zahlen vernimmt. Als die Diskussion von Miss Powell anfängt, versucht er diesem Gespräch zu folgen.
Mc Ridley bemerkt seine kurze Abwesenheit, da er zu sehr in Gedanken war. Er hebt die Arme und versucht zu beschwichtigen: “Meine Damen, meiner Herren! Sie werden doch den letzten Wunsch von Lord Randall akzeptieren. Das Testament hat seine rechtliche Gültigkeit!”
“Oh, Harold, wir bekommen auch etwas ab, hör’ doch!”, Evely macht eine Pause, in der sie zu lauschen scheint. Dazwischen hört man Frederic, der schelmisch grinsend auf seinem Platz sitzt, wie er versucht Julia zu beruhigen, sein eher ironisches: “Aber Tantchen… du wirst doch jetzt nicht die Contenance verlieren?”, scheint Lady Julia jedoch eher noch mehr in Rage zu versetzen. Sie läuft rot an und schnappt praktisch nur noch nach Luft, jetzt völlig außer Fassung.
“Ach, was meinst du…hmm… ja… ja, das ist lieb von ihm. Nein, wieso? Findest du?”, ist ansonsten abgehackt Evelyns einseitige Konversation zu hören, bis Mr. Mc Ridley das Wort ergreift und für ziemlich genau 3 Sekunden Ruhe einkehrt.
“Wie kommt dieser Fatzke darauf, das Testament dieses Hurenbocks wäre gültig!”, braust Jonathan unwillkürlich auf. “Wo ist denn verdammt noch mal der Anteil… mein Anteil?!”
“Jonathan!”, entfährt es darauf hin Lord Julian, der seinen Bruder eisig anstarrt, bis dieser nur noch vor sich hin murmelt.
Mr. Morrison beobachtet und hört der Menge weiter zu und harrt der Dinge, die da kommen mögen.
Sir Mc’Ridley, holt tief Luft, schafft es gerade so sich zu beherrschen und kurz leise zu Nathan Scaife die Frage zu zischen: “Ich gehe mal von deiner Gründlichkeit aus, dass du das Testament korrekt beglaubigt und geprüft hast?”
“Natürlich, Mr. Strafverteidiger, selbstverständlich verstehe ich meinen Beruf. Aber auch das korrekteste Testament kann angef…” Bevor Nathan vollständig auf Henrys gezischte Frage antworten kann, werden
die beiden Anwälte von der beherrschten Stimme Williams unterbrochen.
“Sagen Sie, Mr. Scaife, auf wie viel genau beläuft sich denn dieses erwähnte Barvermögen?”, fragt er und wirft einen kalten Seitenblick zu seiner Ehefrau, die nun ebenso gespannt zu Nathan schaut.
“Nun, ähm … “, der Notar räuspert sich… kramt in seinen Unterlagen. ‘Endlich jemand, der noch ein bisschen Grips unter der ganzen Gier übrig hat’, denkt er sich und schaut dann in die Runde. “Ich befürchte, bei dem erwähnten Barvermögen handelt es sich eher um die Schulden des werten Verstorbenen. Zumindest ist seine partnerschaftlich geführte Firma hoch verschuldet und einige Gentlemen aus London haben bereits Anfragen an mich herangetragen.
Auf den bekannten Sparkonten befinden sich keine Einlagen und eine Lebensversicherung besteht meines Wissens nicht… mehr. Sollte also kein unbekanntes Vermögen auftauchen…”, Nathan zuckt die Schultern und bemüht
sich um einen professionellen Gesichtsausdruck. ‘Als ob irgendjemand dieser Sippe auch nur einen Shilling gönnen würde.’
William sackt leicht in seinem Rollstuhl zusammen, während der Gesichtsausdruck von Julia richtig bösartig wird.
