Private Eye – PBEM Teil 3

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Erstellt von Christiane | Kategorie: Neues von Gildentreffen, Private Eye | Veröffentlicht am: 03-12-2009

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Diese Episode ist Teil 5 von 5 in der Serie Private Eye

Mr. Gray kann sich ein Schmunzeln nicht verkneifen: ‘Diese überheblichen Schnösel, das geschieht ihnen zurecht’ denkt er, bevor er wieder seine Blicke über die Gesichter der anwesenden Familienmitglieder schweifen lässt.

Plötzlich bringt ihn ein Gedanke wieder zum Grübeln: ‘Wie kann man sich beim Handel mit Baumwolle hoch verschulden? Selbst wenn man in Vorleistung für die erworbene Ware gehen muss, so hat man diese zumindest noch als Gegenwert …’ grübelt er, ‘… oder ist all die Wolle verbrannt …’

“…irgendwie mysteriös!” entfährt es ihm. Als er merkte dass er die letzten Worte  nicht gedacht, sondern scheinbar laut gesagt hatte, blickt er in die Runde der Gäste.

Als sein Blick Mr. Morrison trifft, fragt er ihn leise: “Was würden Sie an Stelle des Lords machen, die 40% Schulden und Castle nehmen oder doch das Erbe ausschlagen?”.

Ms. Milner schaut sich mit einem Lächeln im Gesicht in der Runde um. ‘Irgendwie konnte man sich bei dieser Familie denken, dass dies keine normale Testamentseröffnung werden konnte.’ Doch sie versucht, dass ihr Schmunzeln unbemerkt bleibt. Im Hintergrund hört sie Mr. Gray flüstern: “… irgendwie mysteriös…” Ms. Milner versucht daran zu denken, ihn später in Ruhe zu fragen, was er damit meinte. Denn irgendwie erscheint es ihr auch komisch, dass diese Familie, die soviel auf sich hält und ein eigenes Castle besitzt, pleite sein könnte.

“Entschuldigung… Entschuldigung! Nicht mehr?”, wendet sich Evelyn irritiert an Nathan. Dieser nickt und erklärt: “Ja, im Zuge seiner finanziellen Schwierigkeiten scheint es Lord Howard vor wenigen Monaten für nötig befunden zu haben, die Versicherung aufzulösen. Was noch versichert gewesen ist, ist das abgebrannte Geschäftshaus. Da dürfte aber meines Wissens die Versicherung gerade so -wenn überhaupt- für den Wiederaufbau ausreichen.” Erneut zuckt Nathan mit den Schultern und schaut in die Runde. “Es ist selbstverständlich ihre Entscheidung, ob Sie das Erbe annehmen,  ausschlagen oder das Testament anfechten möchten. Sie haben Zeit, bis ich die Insel verlasse, um mir Ihre Entscheidung diesbezüglich mitzuteilen. Im Falle einer Anfechtung bräuchte ich auch die Namen der Anwälte, mit denen ich mich in Verbindung setzen muss.” Nathan lehnt sich in seinem Stuhl zurück, er wirkt jetzt ganz in seinem Element und zwinkert Henry aus den Augenwinkeln zu. Der Notar ist schon gespannt, ob irgendwer der nicht ganz so ehrenwerten Randall Sippschaft versuchen wird, seinen Kollegen mit einer Anfechtung zu beauftragen. Immerhin ist das nun überhaupt nicht McRidleys Gebiet.

Evelyn scheint wieder in Rücksprache mit Harold zu versinken; William und Julia scheinen einen stummen Streit zu führen. Die beiden blicken sich eiskalt an. Julia hebt herausfordernd das Kinn. William neigt den Kopf nach rechts und hebt beide Augenbrauen. Julia runzelt die Stirn und scheint die Zähne immer fester aufeinander zu beißen…

Der einzige, der sofort reagiert, ist Frederic. Der junge Angehörige des Randall Clans erhebt sich und meint: “Nun, in diesem Fall habe ich genug gehört und werde wohl leider das Erbe meines lieben Onkels ausschlagen müssen!” Er bemüht sich um ein betretenes Gesicht, was aber eher enttäuscht wirkt und verlässt das Sitzungszimmer.

>>> Ort: Vorhalle (Palas, EG)

“Verdammt, und dafür die weite Reise!”, flucht Frederic unterdrückt vor sich hin.

>>> Ort: Sitzungszimmer (Palas, EG 3)

Sir Mc’Ridley mit einem freundlichen Lächeln zu Lord Jonathan Randall: “Wie sie ja gehört haben, verfügen sie über das Recht das Testament an zu fechten, wenn sie noch möchten.”

‘Hätte Nathan nicht als erstes erwähnen können, dass es sich bei dem Erbe um Schulden handelt’, denkt sich Mr. Morrison. ‘So wäre ihnen doch der Schock über die Verteilung erspart geblieben.’ Auf Mr. Grays Frage antwortet er leise: “Ganz schön verzwickt. Das scheint mir eine Eintscheidung zwischen Pest und Cholera zu sein. Also ich möchte nicht in seiner Haut stecken.”

Lord Jonathan scheint ein wenig irritiert von der freundlichen Ansprache durch McRidley. Er denkt kurz nach, scheint aber zu keinem Entschluss zu kommen. “Was sagen denn Sie, was mehr Kohle einbringt? Ausschlagen und lieber keine Schulden haben oder anfechten und vielleicht was vom Schloss aber dafür noch mehr Schulden mitnehmen?”, wendet er sich leiser als zuvor an den auf Strafrecht spezialiserten Anwalt.

Nathan sitzt nur daneben und kann sich ein Grinsen nun nicht mehr verkneifen. Er schaut sich im Raum um und spricht dann noch einmal laut und deutlich: “Ich denke, wir können die Testamentseröffnung für abgeschlossen erklären. Teilen Sie mir bitte Ihre Entscheidungen so bald als möglich mit. Wenn es sich einrichten lässt, vielleicht bis morgen Mittag?” Er wirft einen fragenden Blick zum vorläufig neuen Schlossherren. Julian zuckt leicht die Achseln und nickt.

Auf diese Ankündigung hin verlässt Evelyn nachdenklich den Sitzungssaal. Lord William und Lady Julia sind immer noch in ihren stummen Ehestreit vertieft. Schließlich meint Julia entschieden: “Wir sollten und auf unserem Zimmer unterhalten!” William neigt leicht den Kopf und wartet, dass ihn seine Frau aus dem Zimmer schiebt.

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